St. Gallen Affolter Konzept

Das Führen nach Affolter wird angewandt bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen oder erworbenen Schädigungen des Zentralnervensystems (ZNS). Ziel der Therapie ist die Organisation bzw. die Reorganisation des ZNS. Es werden dabei keine isolierten Fertigkeiten geübt, sondern stets in problemlösenden Alltagsgeschehnissen mittels verschiedener Techniken geführt.
Neben verschiedenen Techniken werden beim Führen noch weitere Gestaltungselemente angewandt, welche es dem Klienten ermöglichen sollen, taktil-kinästhetische Informationen besser wahrzunehmen und zu verarbeiten.
Die Aufnahme und Verarbeitung taktil-kinästhetischer Informationen und somit die Organisation bzw. Reorganisation des ZNS sind durch kurzfristige Veränderungen im Verhalten des Klienten zu erkennen.

(Quelle: Fachakademie für Heilpädagogik)

St. Gallen Affolter Konzept bei Kindern:
Die Anwendung des Affolter® – Konzeptes bei Kindern
Durch Führen zur Selbständigkeit
Das Affolter® – Konzept wird für die Behandlung von Kindern mit Wahrnehmungsstörungen eingesetzt. Diese äußern sich z. B Sprachstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Auffälligkeiten im sozialen Miteinander uvm.. Kinder mit schweren Mehrfachbehinderungen, autistischen Verhaltensweisen, taktiler Defensivität … profitieren von der Behandlung nach dem Affolter® – Konzept.
Mit Hilfe des Führens (die Therapeutin führt das Kind an den Händen zu einem Geschehnis, z.B. Orangensaft pressen) werden „Spürinformationen“ vermittelt. Sobald das Kind eine Idee entwickelt hat, wie z.B. die Saftpresse zusammengebaut wird, nimmt die Therapeutin die eigenen Hände weg. Das Kind exploriert mit den Gegenständen.
Wichtig ist dabei zu wissen, dass das therapeutische Ziel nicht ist, Orangensaft zu trinken, sondern dem Kind „gespürte Informationen“ zu vermitteln. Dadurch wird im Gehirn ein Reifungsprozess ermöglicht, der bewirken soll, dass das Kind später auch bei unbekannten Geschehnissen selbständig handeln kann.
Dem Kind soll durch diese Methode ermöglicht werden, sich die Umwelt eigenständig zu erschließen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
wahrnehmung.ch/affolter-modell

Literatur:
Hofer, A., (2009). Das Affolter-Modell: Entwicklungsmodell und gespürte Interaktionstherapie. München: Pflaum Verlag.

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